Viele Wege führen auf den Gaisberg

gaisbergrouten

Quelle/Ausschnitt: Austrian Map (www.amap.at)

Meinen Hausberg kenne ich inzwischen in- und auswendig. Heuer war ich schon sechzehn Mal oben, letztes Jahr in Summe siebzehn Mal. Inzwischen fehlen mir nur noch ein, zwei Anstiege im Süden, hauptsächlich Asphaltwege über die Bauernhöfe, sowie ein Teil des Rundwanderwegs zwischen Klausberg und Zistelalm. Hier und da gibt es aufgelassene Steige mit verrosteten Schildern oder gänzlich fehlenden Markierungen, die ich auch noch erkunden möchte. Ein wenig Orientierungssinn ist hier vorausgesetzt, denn es gibt auch durchaus abschüssige und felsige Flanken am Gaisberg!

In der leider nicht mehr aktualisierten AMAP-Karte vom Bundeseich- und Vermessungsamt sind die meisten Wege eingezeichnet. Blau habe ich alles markiert, was ich schon gegangen bin, rot die noch fehlenden Wegabschnitte. Informationen zu den Wegnummerierungen präsentiere ich im folgenden Beitrag:

[1] Anstieg über den Kühberg (711m)

Dieser Weg ist in älteren Karten noch nicht eingezeichnet. Er ist jedoch durch Hinweistafeln und Markierungen deutlich gekennzeichnet und wird öfter begangen. Start ist in Obergnigl oberhalb der Kirche bei der Stiege, wo auch die Weitwanderwege verlaufen. Der Steig windet sich in engen steilen Kehren (Trittsicherheit!) über die Westflanke des Kühbergs hinauf, überschreitet den Gipfel und vereinigt sich in einer Senke mit dem 06er-Weitwanderweg.

[2] Anstieg über den 06er Weitwanderweg

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Der bekanntere Anstieg ist in der Kompasskarte falsch eingezeichnet, in der AMAP oben bereits richtig. Er führt von Obergnigl an der oberen Kehre der Grazer Bundesstraße vorbei und verläuft lange am Waldrand nördlich vom Kühberg, ehe er über Stiegen und Kehren steil zum Kühberg-Kamm hinaufsteigt. Unweit von der Vereinigung von [1] und [2] hat man den schönsten Watzmannblick (Bild). Bei Regenwetter findet man bei diesem Anstieg zahlreiche Feuersalamander.

[3] Anstieg über Hiesl

Mein derzeitiger Standardanstieg ab Schmedererplatz, einfach zu erreichen mit dem 6er (Endhaltestelle). Gemeinsam mit dem Zahnradbahnwanderweg [4] lässt sich hier eine Runde konstruieren, damit eignet sich auch die Anreise mit dem Fahrrad. Bis zum Gehöft Hiesl führt er durchwegs steil auf einer Asphaltstraße mit freien Blicken auf Salzburg und zu den Chiemgauer Alpen. Beim Hiesl plane ich immer einen Katzenfotostop ein. Bei der Gersbergalm mündet der Anstieg in [7] und [17] bzw. kann man von hier auch zum Nockstein (1042m) weitergehen.

[4] Anstieg (Abstieg) über den Zahnradbahn-Wanderweg

Von 1887 bis 1928 fuhr entlang dieser Trasse die Zahnradbahn von Parsch über Oberjudenberg und Zistelalm bis auf die Gaisbergspitze. Heute wäre die Bahn wohl eine geschätzte, geliebte und stark frequentierte Alternative zum Individual- und Busverkehr auf den Gaisberg. Der Siegeszug des Automobils hat dies leider verhindert, mit dem Bau der Höhenstraße 1929 wurde die Bahn eingestellt. Die Originaltrasse ist aber noch weitgehend erhalten, auch das Stationsgebäude der Judenberg-Alpe sowie ein paar Kilometersteine gibt es noch. Das Stationsgebäude am Gaisberg wurde um 1947 abgetragen, das Hotel Gaisbergspitze ist leider 1939 abgebrannt und wurde nicht wieder aufgebaut.

[5] Anstieg über Schlosspark Aigen und Hofstetter

Er gehört zu den längeren Anstiegen, aber meiner Meinung nach zu den schönsten. Beginn ist beim Schloss Aigen, erreichbar entweder mit dem Rad oder zu Fuß ab S-Bahn-Haltestelle Aigen. Im unteren Teil führt er über zahlreiche Verzweigungen durch den idyllischen Schlosspark, ideal an heißeren Tagen. Im oberen Teil entlang von Asphaltstraßen mit freiem Blick in die Berge im Westen sowie auf Salzburg.

[6] Anstieg über Rauchenbühel (988m)

Der längste Anstieg auf den Gaisberg beginnt beim Kreisverkehr in Glasenbach, erreichbar mit der Linie 7. Von hier könnte man auch weiter in die erdgeschichtlich bedeutsame Glasenbachklamm gehen. Anfangs geht man durch den Wald, später über Höfe und steile Wiesenhänge weiter. Ab Mitteregg ist es nicht mehr weit zur Zistelalm. Ein kurzer Abstecher zum Rauchenbühel-Gipfel dauert keine zehn Minuten.

[7] Gersbergalm – Gaisbergspitze: Alpinster Anstieg

Dieser Abschnitt gehört zu meinem Standardanstieg ab Parsch (bis zum Gipfel sind insgesamt 4,8km und 840 Höhenmeter zu bewältigen, schnellste Zeit 1h 15min) und setzt ab der Gersbergalm fort. Anfangs geradlinig und mäßig steil in einen Graben durch den Wald, ab dort in vielen Kehren bis zum Rundwanderweg. Im obersten Abschnitt werden die Kehren felsiger. Holzleitern erleichtern die Überwindung kleinerer Felsstufen, insbesondere bei Nässe. Der Ausstieg befindet sich unmittelbar beim Gaisberg-Sender (drahtseilgesichert) direkt beim Gipfelkreuz, ein unmarkierter Pfad zweigt unterhalb des Senders nach rechts ab, dann kommt man beim Paragleiter-Abflugsort heraus. Das Seil beim Sender ist nur bedingt sinnvoll. Im Sommer braucht man es nicht, im Winter ist es eingeschneit und nutzlos, hier türmen sich dann teils meterhohe Wächten. Stecken sind hilfreich, Spikes bei vereisten Bedingungen mitunter unerlässlich. Die meisten „Trailrunner“ steigen hier auf und ab, jedoch meist zeitig in der Früh oder am Abend. Untertags ist man hingegen selten alleine.

[8] Anstieg ab Zistel entlang der Lichtmasten zur Gaisbergspitze

Der Anstieg von der Zistel, vermutlich Stefaniesteig genannt (so genau wird das nirgends beschrieben), führt entlang der Lichtmasten zum Gaisberg. Er ist ähnlich steil wie [7], aber durch zahlreiche Holztreppen entschärft und „dank“ des Kahlschlags durch Kyrill 2007 deutlich aussichtsreicher. Ich benutzte ihn einmal im Anstieg mit den Schneeschuhen.

[9] Anstieg über Büffelsteig

Der Büffelsteig zweigt vom Stefaniesteig rechts ab und führt etwas holprig meist mit viel Laub und Steinen nach Osten und dann die Höhenstraße querend zum Gipfelplateau. Im oberen Teil halten sich die Altschneefelder oft am längsten, das Bild rechts stammt von einer Schneeschuhtour.

[10] Anstieg Zistel – Zahnradbahnweg (oberer Teil) bis Gaisbergspitze

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Fortsetzung von [4]. Im oberen Teil des Anstiegs wurde die Zahnradbahntrasse  durch den Hauptdolomit des Gaisbergkamms gesprengt, hier ist der Weg besonders eindrucksvoll (vor allem im Winter, hier während einer Schneeschuhwanderung aufgenommen). Der Auf- und Abstieg ist auch bei Skitourengehern und Mountainbikern beliebt.

[11] Südostanstieg von Klausberg her

Der Klausberg (902m) kann von mehreren Seiten erreicht werden -von Koppl führt ein Wanderweg über Gaisbergau von Osten hinauf, von Oberwinkel über Hinterfeld von Westen her. Man kann auch das untere Stück abkürzen, indem man vom Gaisbergrundwanderweg [16] aufsteigt. Der Wegabschnitt zur Gänze ist dennoch reizvoller, durch dichten Jungwald, entlang eines teils felsigen Waldkamms, an der Gaisberghöhle, einem Schacht, vorbei. Der Weg tangiert die sogenannte Nockstein-Kehre (1182m laut Schild), danach wird es immer flacher. Wenig unterhalb des Plateaus mündet der Zahnradbahnweg [10] ein.

[12] Verbindungssteig Nockstein – Gaisberg

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Der Nockstein ist für sich alleine schon ein lohnendes (Halb-)-Tagesziel, wie Bloggerkollege Horst Gassner immer wieder unter Beweis stellt. Über einen wenig ausgeprägten Waldkamm und zum Schluss in einigen Kehren kann man auf kurzem Weg (gelb angedeutet) zum Rundwanderweg (weiß gestrichelt) aufsteigen. Das Foto wurde vom Nockstein-Gipfel (1042m) aufgenommen.

Nun zu den Anstiegen, die mir noch fehlen:

[13] Der in der Kompasskarte als Rabenfleckweg aufscheinende Weg Nr.4 , der beim Campingplatz Aigen startet. Eine Googlerecherche findet keinen Steig unter diesem Namen. Heute trägt er anscheinend die Nr. 17 (jedenfalls nach dem Buch „Genusswandern in Salzburg, von Christian Heugl). Er endet beim Gehöft Mahbach, dort kann man nach links zum Weg [5] bzw. rechts zum Weg [6] weitergehen.

[14] Nicht ganz so reizvoll, weil durchwegs entlang einer Zufahrtsstraße, führt ein Weg über die Höfe Stöcker und Steinwänder zum Hotel Cobenzl [4] bzw. direkt zur Zistelalm.

[15] Unter die Kategorie „aufgelassener Verbindungssteig“ fällt ein nicht mehr markierter und allenfalls in Wegspuren vorhandenes Verbindungsstück zwischen [7] und dem Lambergsteig zwischen Gersbergalm und Nockstein.

Hier habe ich wohl Beginn und Ende dieses Steigs fotografiert, die früher einmal durch Wegweiser gekennzeichnet waren.

[16] Das Verbindungsstück, welches zum Gaisberg-Rundwanderweg gehört, zwischen Klausberg und Zistel bin ich auch noch nicht gegangen.

[17] Verbindungsweg Gersbergalm – Kapaunberg (811m) – Oberjudenberg

Der Vollständigkeit halber noch ein Hinweis auf ein eher wenig begangenes Teilstück des Weitwanderwegs (Voralpenweg 04 und Europäischer Fernwanderweg E4), zwischen Oberjudenberg (Haltestelle 151) und Gersbergalm.

Sofern einen der 15 Jahre alte Hofhund Benno in Oberjudenberg passieren lässt, bleibt man immer oberhalb der Höhenstraße, mit schönen Blick zur Sendlwand und kommt am Kapaunberg oberhalb der Kapaunkurve vorbei.

Bei der Sendlwand selbst befindet sich der gleichnamige Steg (am Gaisbergrundwanderweg), bei sonnigen Bedingungen mit prächtigen Ausblicken ins Salzburger Becken.

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Fazit: Ich habe den Berg schon ausgiebig kennengelernt und entdeckte selbst auf vertrauten Pfaden immer wieder etwas Neues. Die Vegetation bietet große Vielfalt, auch einige Vogelarten hab ich schon beobachtet (Wacholderdrossel, Zaunkönig, Tannenmeise), Schnee & Eis gestalten die Wegführung im Winter kurzweilig bis anspruchsvoll. Bei Regen und Nebel hat der Berg seinen ganz eigenen Reiz.

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Ein Gedanke zu “Viele Wege führen auf den Gaisberg

  1. Pingback: Rabenfleckweg – der schönste Aufstieg | Todesmuseum – Von der Hassliebe zu Salzburg

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